Mühlenweihnacht und Weihnachtsbaumschlagen

Der 3. Advent in Beelitz

Die Beelitzer Bockwindmühle wird am 3. Advent wieder zum Tummelplatz für Familien und Technikfreunde. Foto: Wolfgang Trebuth
Die Beelitzer Bockwindmühle wird am 3. Advent wieder zum Tummelplatz für Familien und Technikfreunde. Foto: Wolfgang Trebuth

Am kommenden Sonntag, 17. Dezember, wird es lauschig auf dem Mühlenhof in der Trebbiner Straße, am Rande der Beelitzer Kernstadt: Zum 3. Advent lädt der Förderverein Beelitzer Bockwindmühle wieder zum Weihnachtsmarkt rund um das Technikdenkmal. Erstmals wird zu diesem Anlass auch die historische Scheune geöffnet, die der Verein in diesem Jahr erworben hat und die er in naher Zukunft zum Museum umbauen möchte. Schon am Sonntag wird dort eine kleine Ausstellung mit historischer Mahltechnik zu sehen sein.

Aber auch darüber hinaus bietet der traditionelle Familienweihnachtsmarkt wieder viele schöne Momente. Ab 14 Uhr kann man an Ständen nach schönen Dingen für die Adventsdeko stöbern, Leckeres vom Grill probieren und natürlich das Beelitzer Mühlenbrot mit nach Hause nehmen. Für den musikalischen Rahmen sorgen der Frauenchor Beelitz, die Kinder der Kita Am Park und die Band „Berlapidar“. Kleine Besucher sollten sich spätestens um 16 Uhr eingefunden haben, denn dann schaut der Weihnachtsmann vorbei.

Außerdem wird auch die Mühle selbst wieder geöffnet haben. Den ganzen Nachmittag über kann man das Bauwerk bestaunen, erkunden und erhält dabei Einblicke in die Geschichte des einst umfangreichen Beelitzer Mühlenwesens. Die Bockwindmühle ist die letzte erhaltene von Dutzenden Mühlen, die sich einst auf dem Stadtgebiet drehten. Der Förderverein hatte sie mit einem Kraftakt vor zwölf Jahren saniert.

Zuvor kann man sich übrigens noch seinen Weihnachtsbaum besorgen: Von 9 bis 13 Uhr können Familien mit Kind und Säge im Stadtwald auf die Pirsch gehen und unter der Stromtrasse nahe des Teufelssees ihren grünen Begleiter für die Festtage aussuchen, umlegen und gleich mitnehmen. Erhältlich sind vor allem Kiefern, aber auch einige Blaufichten. Die Anfahrt ist ab der B2, Einmündung Damfeld, ausgeschildert.


Beelitz für den Weihnachtsbaum

Zur diesjährigen Vorweihnachtszeit kann man seine Tanne oder Kiefer mit einem schönen Stück Beelitz versehen: Seit Anfang Dezember sind die Weihnachtsglocken mit Jahreszahl und einem Bild der Stadtpfarrkirche in der Touristinfo für 12,95 Euro erhältlich. Die 2017er Auflage bildet den Auftakt für eine Serie, die in den kommenden Jahren mit immer wieder neuen Motiven fortgesetzt werden soll. Man kann diese dann sammeln oder als Erinnerung nur an besondere Jahre kaufen - wenn zum Beispiel Familienzuwachs gefeiert werden konnte ist oder geheiratet wurde.

 

Entworfen wurden die Kugeln von der Beelitzer Künstlerin Natalya Myuller, angefertigt hat sie eine Manufaktur in Russland. Nur dort konnte man die individuelle Form in kleiner Auflage von 300 Stück zu einem erschwinglichen Preis produzieren.


Spielend Beelitzer Spargel ernten

Als Spargelbauer muss man schon so Einiges beachten: Sei es der plötzliche Kälteeinbruch, der das Edelgemüse nicht wachsen lässt, oder Gluthitze, bei der man schnell die Folien umdrehen muss. Aber dann ist man doch noch rechtzeitig zu Hause, wo das Schnitzel schon wartet. „Beelitzer Spargel - vom Feld auf den Teller“, heißt das neue Spiel, mit dem wir noch mehr kleine und große Genießer auf den richtigen Geschmack bringen möchten.

Dabei handelt es sich um eine Variante des allseits bekannten „Mensch ärgere Dich nicht!“ mit den gleichen Spielregeln, ergänzt um Aktionskarten, die der Spieler ziehen muss, wenn er auf einem Feinschmecker-Feld gelandet ist. Ist der Spargel richtig geschält oder muss man aussetzen und nachbessern? Läuft die Ernte besser als bei den anderen und kann man dafür vielleicht sogar deren Figuren ein Feld zurücksetzen?

 

Für ordentlich Spielspaß sorgen nicht nur solche Aktionen, sondern auch die liebevoll gestalteten Spargelino-Figuren, die das einfache Kegel-Männchen ersetzen, und die bunte Spargel-Landschaft, die als Spielfeld daherkommt. Entworfen wurde das Spargelspiel vom Schäper Werbestudio „Zum weissen Rössl“, das auch der zurzeit laufenden Sandmännchen-Ausstellung in der Posthalterei den richtigen Rahmen verpasst hat.

 

Erhältlich ist das Spargelspiel für 29,95 Euro in der Touristinfo Beelitz sowie in weiteren teilnehmenden Geschäften und in den Hofläden einiger Spargelbauern. Rechtzeitig zu Weihnachten kommt damit eine ideale Geschenkidee für den Gabentisch - mit der sich die Zeit auch überbrücken lässt, bis es dann wieder echten Spargel gibt.


Weitere Unterstützung für Kinderhilfsfonds

Beelitz' Bürgermeister Bernhard Knuth mit RECURA-Betriebsküchenleiter René Papert (M.) und Geschäftsführer Roger Langkamp. Foto: Lähns
Beelitz' Bürgermeister Bernhard Knuth mit RECURA-Betriebsküchenleiter René Papert (M.) und Geschäftsführer Roger Langkamp. Foto: Lähns

Weihnachtswünsche, die sich sonst nicht erfüllen lassen, warme Jacken oder Schulmaterialien – mit dem Beelitzer Hilfsfonds für Kinder in Not ist im vergangenen Jahr schon eine Menge Gutes getan worden. „Es gibt in Deutschland ein dichtes soziales Netz, aber manchmal brauchen Familien einfach kurzfristig Unterstützung und haben keine Zeit für umständliche Anträge“, sagt Bürgermeister Bernhard Knuth. Mancher habe auch einfach Angst, als Bittsteller auftreten zu müssen. Für genau solche Fälle hatte der Bürgermeister im vergangenen Jahr den landesweit bislang einmaligen kommunalen Fördertopf ins Leben gerufen.

Gefüllt wird der Kinderhilfsfonds nicht nur mit Mitteln aus dem jährlichen Etat des Bürgermeisters, sondern auch mit Spenden unter anderem von Beelitzer Bürgern, aber auch von Unternehmen. Wie schon Ende 2016 hat die Recura Service GmbH, die unter anderem für Catering, Technik und Logistik der Beelitzer Kliniken zuständig ist, auch in diesem Jahr wieder 1000 Euro gespendet. Das Geld stammt größtenteils aus dem Verkauf von Reibekuchen auf dem Adventsmarkt in der Altstadt Anfang Dezember, unterm Strich waren für die leckeren Puffer 860 Euro eingenommen worden. Geschäftsführer Roger Langkamp hatte den Betrag nochmal aufgerundet und übergab gemeinsam mit Betriebsküchenleiter René Papert die Spende dem Bürgermeister.

„Wir beschäftigen als etablierte Servicegesellschaft zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in und um Beelitz zu Hause sind“, erklärte Langkamp das Engagement. „Daher liegt es uns sehr am Herzen, durch Aktivitäten wie beim Beelitzer Weihnachtsmarkt etwas für die gute Sache zu tun. Wir freuen uns sehr, besonders jetzt zur Weihnachtszeit den Kinderhilfsfonds unterstützen zu können und werden diese Tradition auch im nächsten Jahr fortführen“, versprach der Geschäftsführer.

Bürgermeister Knuth, der die Spende als ein „herausragendes Zeichen gesellschaftlichen Verantwortungsbewusstseins“ würdigte, berichtete, was genau mit dem Kinderhilfsfonds in den vergangenen Monaten finanziert werden konnte. So wurde zur großen Bescherung im vergangenen Jahr auf dem Kirchplatz Weihnachtswünsche für neun Kinder aus drei Beelitzer Familien erfüllt, die das Budget der Eltern überstiegen hatten. Außerdem konnten die Kinder einer in Rieben lebenden Flüchtlingsfamilie eingekleidet werden.

Ein größerer Anteil von 1000 Euro indes konnte nach der Brandtragödie im Herbst in Fichtenwalde eingesetzt werden: Dort hatte eine vierköpfige Familie sämtliches Hab und Gut verloren, nachdem ihr Haus niedergebrannt war. Die Familie war nicht zu Hause, als das Feuer ausgebrochen war, stand plötzlich buchstäblich vor dem Nichts. „Hier hat sich eindrucksvoll gezeigt, was wir an diesem Fonds haben“, so Knuth. Während die Freiwillige Feuerwehr und der Förderverein eine große Spendenaktion ins Leben gerufen hatten, übernahm die Stadt aus dem Hilfsfonds den Kauf von Schulmaterial für die beiden Kinder. „So traurig die Schicksale sind, die sich manchmal auftun: Mit solchen Spenden hilft man nicht nur finanziell, sondern schenkt auch ein bisschen Hoffnung.“


Winterstimmung in Beelitz


Vorfreude in den Ortsteilen

Weihnachtsklänge, Markttreiben, mehrere Tausend Besucher und die ersten Schneeflocken: Nach einem gelungenen Start in die Vorweihnachtszeit am vergangenen Wochenende in der Beelitzer Altstadt geht es am kommenden Wochenende in den Ortsteilen weiter: Am Samstag, 9. Dezember, lockt der Zapfenmarkt in Fichtenwalde zum Flanieren zwischen Ständen, am Sonntag gibt es Konzerte in den Dorfkirchen in Rieben und Buchholz.

 

 Eingeläutet wird das 2. Adventswochenende bereits am Freitagabend in Fichtenwalde, wo ab 19 Uhr im Evangelischen Gemeindezentrum „Arche“, Berliner Allee 116, der Chor „The Gospel Glades“ ein Konzert mit weihnachtlichen Gospel Songs aber auch deutschen Weihnachtsliedern geben wird. Begleitet werden die Sänger und Sängerinnen von Rico Haring am Piano. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten. Am Samstag öffnet dann um 14 Uhr der traditionelle Zapfenmarkt auf dem weihnachtlich beleuchteten Marktplatz seine Tore. Programmhöhepunkte sind ein Auftritt des Kinderchors am Nachmittag und das Entzünden des großen Adventsfeuers. Für Kinder gibt es um 17 Uhr Puppentheater im Hans-Grade-Haus, ein Karussell vor der Tür – und der Weihnachtsmann schaut auch vorbei.

 

Am Samstagnachmittag gibt es indes ein weiteres Adventskonzert - mit ungewöhnlicher Konstellation in Wittbrietzen: Nach dem großen Zuspruch im vergangenen Jahr wird um 16 Uhr die Berliner Band Real Treat wieder zur Country-Weihnacht in der Dorfkirche aufspielen. Karten kosten acht, für Kinder vier Euro.

 

Am Sonntag wird das „Alte Russland“ in der sanierten Riebener Dorfkirche zum Leben erweckt – mit Liedern voller Sehnsucht, Kraft und einem Hauch von Mystik. Um 18 Uhr geben die „Original Wolga Kosaken“ ein Konzert und versetzen das Publikum mit ihren tiefen Stimmen in die Zeit der Märchen, Zwiebeltürme, weiter Landschaften und kalter Winter. Das Besondere: Jeder der Solisten spielt auch typische Instrumente wie Balalaika, Dombra und Bajan, wodurch das Ensemble eine unwahrscheinliche Bandbreite an Klängen darbieten kann. Die Wurzeln des Chores reichen bis in die Zeit der russischen Oktoberrevolution zurück, vor der viele Kosaken geflohen waren und im Exil Chöre gründeten. Der Eintritt ist frei, auch hier wird um Spenden gebeten.

 

Bereits eine Stunde vorher werden auch in Buchholz vorweihnachtliche Töne angeschlagen: Um 17 Uhr greift das Jugendblasorchester zu den Instrumenten und gibt sein traditionelles Adventskonzert in der Dorfkirche. Im Anschluss wird vor der Kirche das Lichterfest gefeiert – mit Fackeln, Feuerschalen und Laternen. Auch hier ist der Eintritt frei, sind Spenden aber willkommen.


Wenn Kindheitserinnerungen wieder wach werden

Verträumt steht Corinna Neun vor der Glasvitrine und bewundert die Pferdetroika, die vor einen Schlitten gespannt ist. Oben drauf, in eine Decke gekuschelt, sitzt das Sandmännchen. Das Bild ist der Beelitzerin nur allzu vertraut: Als Kind hatte sie es im Fernsehen gesehen. „Es war immer schön, wenn der Sandmann mit dem Pferdeschlitten durch die verschneite Landschaft ankam, das war irgendwie romantisch und für Mädchen genau das Richtige“, erzählt sie.

 

 Den kleinen Schlafbringer hautnah erleben und dabei eigene Kindheitserinnerungen auffrischen - das kann man seit Anfang Dezember in den Räumen der Bibliothek bei der Sandmännchen-Ausstellung in der Alten Posthalterei. 120 Originalpuppen - neben dem Sandmännchen auch Märchenfiguren und Alltagscharaktere früherer Jahrzehnte wie Schaffner oder Baggerfahrer - sowie fast 80 Fahrzeuge sind zu sehen, liebevoll arrangiert und mit einem bunten Rahmen, zu dem auch Filmvorführungen alter Sandmännchen-Folgen gehören. Über tausend Besucher haben die Schau bereits gesehen - und fast alle bleiben sehr lange drin und nehmen sich ausgiebig Zeit, um die Puppen genau zu studieren und in die eigenen Erinnerungen einzuordnen.

 

Bereits zur Eröffnung am 1. Dezember, die zur besten „Abend-gruß“-Zeit um 18.50 Uhr begann, waren fast 200 Interessierte vorbeigekommen und haben die Schau vorab erkundet. Darunter waren besonders viele Beelitzer Kinder, die gemeinsam das Abendgruß-Lied anstimmten.

 

„Millionen haben das Sandmännchen als Kind geschaut und tragen es bis heute im Herzen“, so Bürgermeister Bernhard Knuth, und auch die Kinder dieser Tage seien immer noch begeistert von der kleinen Kultfigur. Er gab einen kleinen geschichtlichen Abriss – von der Erstausstrahlung 1959 bis zur Abwicklung des DDR-Fernsehens 1991 und die Rettung des Sandmännchens vor dem Ausverkauf in der Nachwende Zeit durch Winfried Kujas.

 

Der ehemalige Produktionsleiter des DDR-Kinderfernsehens hatte die Puppen und Ausstattungsgegenstände vor dem Ausverkauf gerettet und konnte, als Rufe nach einer Rückkehr des Sandmanns auf die Mattscheibe laut wurden, die Produktionen fortsetzen. Nebenher hat er die Ausstellung zusammengestellt, die schon in vielen Städten das Publikum begeisterte und die nun bis Ende Januar in Beelitz zu sehen ist.

 

„Hier ist man wirklich mit dem Herzen bei der Sache“, lobte er die Unterstützung durch die Stadt während der Aufbauarbeiten. Über den Zuspruch zur Vernissage freute er sich besonders: „Dass so viele Besucher, vor allem auch Kinder, um diese Zeit hier herkommen, ist wirklich erstaunlich.“

 

Seit dem ist an jedem Wochenende volles Haus: Eltern mit Kindern, Ältere und Paare aus Beelitz und weit darüber hinaus schauen vorbei, während unter der Woche auch die Kitas durch die Räume wirbeln. Dass für die Kinder von Heute der Sandmann seinen Reiz behalten hat, kann Corinna Neun nur bestätigen. Zur Eröffnung ist sie mit ihren beiden Söhnen vorbeigekommen und der jüngere, Jann Erik, hat sich zu diesem Anlass sogar als Sandmann verkleidet. „Meine Kinder sind noch heute von der Sendung begeistert und schauen sie, so oft es geht“, berichtet die junge Mutter, die diese Faszination sehr gut nachvollziehen kann.


Das Sandmännchen kommt nach Beelitz

Im DDR-Fernsehen war er der Dauerbrenner - und noch heute, fast 60 Jahre nach der ersten Ausstrahlung, sorgt das Sandmännchen bei Kindern erst für leuchtende und dann für müde Augen. In Beelitz kann man die Kultfigur, die Generationen zu Bett gebracht hat, bald hautnah erleben: Die Sandmännchen-Ausstellung mit Dutzenden Original-Puppen, Fahrzeugen, Dekoelementen und Arbeitsfotos von früheren Aufnahmen wird im Dezember und Januar Stadtbibliothek gezeigt.

 „Unsere Bibliothek in der Alten Posthalterei bietet den passenden Rahmen für diese Ausstellung“, sagt Bürgermeister Bernhard Knuth. „Auf diesem Wege können wir noch mehr Kinder an das Buch heranführen – immerhin steht ja der Sandmann fürs Träumen und ist die Verbindung zwischen der Märchen- und der realen Welt.“ Zusätzliche Bild- und Lesebände rund um den Sandmann sollen dementsprechend Eingang in das Angebot der Stadtbibliothek finden. Die Ausstellung reihe sich ein in unkonventionelle Aktionen rund um das Buch wie dem bundesweiten Vorlesetag oder die Literaturtage Potsdam-Mittelmark, an denen sich Beelitz regelmäßig beteiligt.

Unterstützt wird die Ausstellung auch vonseiten des Landkreises. Landrat Wolfgang Blasig (SPD) begrüßt das neue kulturelle Highlight: „Es ist eine enorme Bereicherung, die hervorragend in die Weihnachts- und Winterzeit passt - wenn man sich über solche kleinen Anlässe freut und vor die Tür gehen kann. Und sicher werden nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene die Ausstellung sehen wollen, immerhin ist fast jeder mit dem Sandmännchen aufgewachsen.“

Die Ausstellung selbst, die der frühere Produktionsleiter des DDR-Kinderfernsehens Winfried Kujas zusammengestellt hat, ist mittlerweile auch schon ein „Dauerbrenner“ und war in verschiedenen Größen und Konstellationen bereits in über 70 Städten zu sehen. In Potsdam wurden 100 000 Besucher gezählt, in Dresden sahen 130 000 große und kleine Sandmann-Fans die Schau. Kujas hatte 1991, als nicht sicher war, ob der Sandmann die Wende überlebt, die insgesamt 400 Sandmann-Puppen und 250 Fahrzeuge übernommen und damit vor dem Ausverkauf gerettet. Als dann viele Menschen die Rückkehr des Sandmännchens auf die Mattscheibe forderten, konnte er mit der Sandmannstudio Trickfilm GmbH die Produktion des „Abendgrußes“ fortsetzen.

„Unser Anliegen ist es, den Kindern die Möglichkeit zu geben, den Sandmann aus nächster Nähe zu bewundern und den Produktionsstaub zu schnuppern“, erklärt er. Durch die Mischung von typischen Elementen älterer und neuester Sandmannproduktionen könne man die Vielfalt des Sandmännchens erst so richtig erfassen. „Da kommen auch die Älteren gern in die Ausstellung und erinnern sich an ihre eigene Kindheit.“

Die Nutzung des herkömmlichen Bibliotheks-Angebotes wird für die acht Ausstellungs-Wochen eingeschränkt, da einige Regale durch Vitrinen ersetzt werden. „Die Bücher bleiben aber erreichbar und können auf Anfrage jederzeit zur Verfügung gestellt werden“, so Bürgermeister Knuth. Schon jetzt nutzen viele Leser den Onlinekatalog und bestellen sich Bücher zur Abholung – nicht nur aus Beelitzer Beständen sondern aus dem gesamten Bibliotheksverbund. Zudem nutzen viele auch vor allem elektronische Medien, also E-Paper, E-Book oder Musikdateien für Tablet und PC.

Und so wird das breite Veranstaltungangebot in der Spargelstadt zur Vorweihnachtszeit um ein Highlight reicher. Unter der Überschrift „Advent in Beelitz“ finden ab Ende November überall in Beelitz und den Ortsteilen traditionelle Märkte, Konzerte und Lesungen statt und sorgen für Wärme in der grauen Winterzeit.


Das gab es 2016 zur Adventszeit in Beelitz:

Mit Kind und Säge auf der Pirsch

Fündig geworden: Die Beelitzer Familien Lukat und Schilling/Kallenbach.
Fündig geworden: Die Beelitzer Familien Lukat und Schilling/Kallenbach.

 Am vierten Advent war Selbsternte angesagt in Beelitz – dabei ging es aber nicht um Heidelbeeren, Kartoffeln oder Spargel, sondern um Weihnachtsbäume. Rund 60 Familien waren dem Aufruf von Förster Martin Schmitt gefolgt, um sich ihren grünen Begleiter für die Feiertage im Stadtwald auszusuchen und ihn eigenhändig zu fällen - unterm Strich waren in den vier Stunden weit über 200 kleine und große „Baumjäger“ angerückt. „Die Nachfrage hat mich schon überwältigt“, so Schmitt, der zum ersten Mal ein solches Weihnachtsbaumschlagen veranstaltete.

 

Den Gedanken, eine solche Aktion für Beelitzer Familien anzubieten, hatte Bürgermeister Bernhard Knuth angestoßen, der die Premiere am Sonntag auch eröffnete. Hier, unter der Stromtrasse nahe des Teufelssees haben die Kiefern und Blaufichten nur eine begrenzte Lebensdauer. „Sobald die Bäume über vier Meter hoch werden, müssen sie aus Sicherheitsgründen gefällt werden“, erklärte der Förster. Warum ihnen also nicht ein vorzeitiges aber umso nützlicheres Ende bereiten und die Kasse des kommunalen Waldes damit aufbessern? Die Kiefer war – je nach Größe - für 5 bis 10 Euro zu haben, die Blaufichten haben 20 Euro gekostet. Preise, die so manchen Beelitzer am verregneten Sonntag in den Tann lockten.

 

Auch dank selbstgemachtem Punsch – mit Alkohol und ohne – aus dem Kessel über offenem Feuer sowie Stollen und Kuchen von Familie Schmitt wurde die Aktion zum kleinen Abenteuer. Die Kinder tobten ausgelassen durchs Unterholz, während Mama und Papa kritisch ihre Blicke schweifen ließen. Sobald dann aber der Favorit ausgewählt und ausdiskutiert war, wurde die mitgebrachte Säge angesetzt und der Baum schlussendlich mit Hauruck in den Familienkombi gehievt.

 

Viele Beelitzer sind jetzt für die Festtage gerüstet – und für den Stadtwald-Förster steht fest, dass es die Aktion auch im kommenden Jahr wieder geben wird.


Drehende Flügel und fallende Bäume - so wird der Vierte Advent in Beelitz

Am kommenden Wochenende können sich die Beelitzer und Besucher der Stadt weitere Höhepunkte im Advent freuen. So können Familien am Sonntag, 18. Dezember, ihre Weihnachtsbäume im Stadtwald selbst aussuchen und fällen. Danach lohnt ein Besuch an der Beelitzer Bockwindmühle, wo am Nachmittag ein romantischer kleiner Weihnachtsmarkt seine Tore öffnet.

 

Zum Weihnachtsbaum-Schlagen lädt Stadtwald-Förster Martin Schmitt in diesem Jahr zum ersten Mal. Vor allem für Kinder dürfte die Pirsch nach dem grünen Begleiter für die Feiertage ein echtes Erlebnis werden. Von 10 bis 14 Uhr wird die Plantage unter der Stromtrasse nahe des Teufelssees eröffnet. Die Anfahrt ist ab der Straße Damfeld im Norden der Stadt ausgeschildert, ein kleiner Fußmarsch über 200 Meter gehört dazu. Eine Säge sollte jeder selbst mitbringen. Dafür darf man zwischen Kiefern – die kleinen kosten fünf, die größeren über einem Meter zehn Euro – und Blaufichten – zum Preis von 20 Euro – wählen.

 

Am frühen Nachmittag um 14 Uhr lädt dann der Förderverein Beelitzer Bockwindmühle zum Weihnachtszauber unter Mühlenflügeln in der Trebbiner Straße, Ecke Ortsumgehung. An kleinen Ständen gibt es selbstgebackenen Kuchen, Plätzchen und natürlich das Mühlenbrot von der Bäckerei Exner. Der Müller gibt Führungen durch das rekonstruierte Bauwerk und liest die Weihnachtsgeschichte. Für besinnliche Klänge sorgen der Frauenchor Beelitz, die Kita am Park und der Posaunenchor Wittbrietzen. Der Eintritt von drei Euro wird zum Erhalt der Mühle und die Vereinsarbeit eingesetzt.

 

Der Wittbrietzener Posaunenchor hat übrigens bereits am Samstag um 16 Uhr ein „Heimspiel“: Dann wird die Wittbrietzener Dorfkirche mit weihnachtlichen Klängen und Adventsstimmung ausgefüllt. Ein weiteres Erlebnis dürfte am Wochenende auch das Weihnachtsbaum-Schlagen auf dem Spargelhof Märkerland in Schlunkendorf werden: Bei Familie Falkenthal kann man Samstag und Sonntag von jeweils 10 bis 15 Uhr seine Bäume selber schlagen, dazu gibt es Grillwurst, Glühwein und Stockbrot, das man über offenem Feuer backen kann.


1000 Euro für Kinderhilfsfonds gespendet

Ordentlich zu tun: René Papert (r.) und sein Team von der RECURA Service-GmbH. Foto: Lähns
Ordentlich zu tun: René Papert (r.) und sein Team von der RECURA Service-GmbH. Foto: Lähns

Die Reibekuchen sind weg gegangen wie sonst was: Zwei Tage lang haben René Papert und sein Team von der RECURA-Service-Gesellschaft zum Adventsmarkt am letzten November-Wochenende in Beelitz gebrutzelt, gewürzt und verkauft - und dabei über 820 Euro eingenommen. Das hat das Unternehmen jetzt bekanntgegeben. Das Geld soll bedürftigen Kindern im Stadtgebiet zugutekommen: Die Gesellschaft spendet ihren Erlös für den neuen Hilfsfonds, der im November für Familien in finanziellen Nöten aufgelegt worden ist.

 

 „Wir werden den Betrag auf 1000 Euro aufrunden“, erklärte Christian Groß, Geschäftsführer der Service-Gesellschaft, die für die Versorgung unter anderem der Beelitzer Kliniken zuständig ist. „Vielleicht wird aus der Aktion für den guten Zweck ja eine schöne Tradition.“ Die Rückmeldungen vonseiten der Kundschaft am Stand seien durchweg positiv gewesen - nicht nur was die leckeren Puffer angeht, sondern auch das bereits im Vorfeld angekündigte Vorhaben, den Erlös zu spenden.

 

„Es ist toll, dass die Besucher diese Aktion so gut angenommen haben - und dass es Unternehmen in unserer Stadt gibt, die von sich aus Verantwortung übernehmen“, würdigte Bürgermeister Bernhard Knuth das Engagement der RECURA-Gruppe. Er hatte den Hilfsfonds initiiert, damit die Stadt Familien kurzfristig und direkt unter die Arme greifen kann, wenn dringende Anschaffungen wie Kinderbekleidung, Schulmaterial oder Beiträge für Klassenfahrten anstehen, aber nicht geleistet werden können. Gerade Geringverdiener fallen oft durch das Raster sozialer Leistungen und müssen am Ende des Monats hart kalkulieren.

 

Mittlerweile haben auch schon Privatpersonen aus Beelitz angekündigt, den Fonds zu unterstützen. Generell ist die Resonanz überwältigend: So ist ein entsprechender Beitrag auf der Beelitzer Facebook-Seite besonders häufig geteilt und positiv bewertet worden. „Total tolle Idee“, schreibt zum Beispiel eine Nutzerin, „es gibt genug Familien, die keinen Zuschuss bekommen, wo das Geld aber vorn und hinten nicht reicht.“


Stimmungsvoll eingestimmt - auf die Adventszeit in Beelitz

Die nach der Spargelsaison zweitschönste Zeit des Jahres hat Einzug gehalten in Beelitz: Bürger und ihre Gäste nutzten den romantischen Adventsmarkt am vergangenen Wochenende, um sich zwischen Ständen rund um die Stadtpfarrkirche auf die Vorweihnachtszeit einzustimmen. Dazu gab es viel Kulinarisches aus der Region sowie Auftritte von Musikern aus der Region. Der Star für die Kinder war der Weihnachtsmann, der mit seinem Traktor angereist ist - "weil Frau Holle noch in den Kissen liegt und ich nicht mit dem Schlitten kommen konnte", wie der Mann mit Bart erklärte. Außerdem konnten die Knirpse im Rathaus unter professioneller Anleitung kleine Schneemänner aus Pappmachee basteln und damit ein weiteres Häkchen auf die Geschenkeliste für Eltern und Großeltern setzen..

Rund um den Markt staunten die Besucher über die stimmungsvolle Adventsbeleuchtung, welche die Stadt gemeinsam mit der ortsansässigen Deko-Firma DEW und dem Bauhof in den vergangenen Tagen installiert hat. Rund um die Straßenlampen spannen sich leuchtende Kugeln, an den Gebäuden hängen Sterne und Silberregen. Die Beleuchtung wird - ebenso wie die große Weihnachtspyramide und der Baum auf dem Kirchplatz - noch bis Jahresende Beelitzer und ihre Gäste erfreuen. Abseits des Marktes, der in diesem Jahr besonders gut besucht war, hatten auch die Altstadthöfe geöffnet und lockten mit Programm und Leckereien. Am Sonntag gab es zum Abschluss ein Konzert in der Stadtpfarrkirche mit dem Knobelsdorff-Ensemble Berlin und der Beelitzer Kantorei.

Nach diesem Auftakt wird es in den kommenden Wochen noch viele weihnachtliche Aktionen, Konzerte und ländliche Märkte in Beelitz und den Ortsteilen geben. So öffnet am nächsten Samstag der Zapfenmarkt in Fichtenwalde seine Tore, eine Woche später sind die Buchholzer und Schlunkendorfer dran, bevor am vierten Advent der Weihnachtsmarkt an der Bockwindmühle die Besucher lockt.



Weihnachtsbaum in der Altstadt wird geschmückt

Unsere Bauhof-Mitarbeiter Marcel Fischer und Christian Lehmann dekorieren die Tanne mit Lichterketten.
Unsere Bauhof-Mitarbeiter Marcel Fischer und Christian Lehmann dekorieren die Tanne mit Lichterketten.

Die Beelitzer Altstadt hat jetzt ihren "grünen Begleiter" für die Adventszeit: Nachdem der Weihnachtsbaum bereits in der vergangenen Woche aufgestellt worden ist, wird er heute mit Lichterketten geschmückt. Die rund zwölf Meter hohe Douglas-Tanne aus dem Garten der Fichtenwalder Familie Salomon bildet den Mittelpunkt des Adventsmarktes am kommenden Wochenende, wenn rund 60 Stände wieder süße Düfte verbreiten und auf der Bühne am Fuße des Baumes Akteure aus der Stadt für ein vorweihnachtliches Programm sorgen.

 

Erstmals ist übrigens auch ein Baum im Lustgarten, am Eingangstor zur Altstadt aufgestellt worden. Darüber hinaus läuft seit der vergangenen Woche die Dekoration der Häuser in der Altstadt und darüber hinus mit einer vorweihnachtlichen Beleuchtung.


Adventsbeleuchtung wird erweitert

Die Adventszeit hat begonnen - zumindest an den Laternen und Häuserfassaden im Beelitzer Stadtgebiet. Mittlerweile hat der Bauhof gemeinsam mit der Feuerwehr und der in Beelitz ansässigen Deko-Firma DEW GmbH die Weihnachtsbeleuchtung installiert - und das an noch mehr Gebäuden als im Vorjahr und erstmals auch im Ortsteil Fichtenwalde.

 

„Viele Eigentümer haben uns angesprochen, ob sie nicht einige Elemente unserer Beleuchtung an ihren Häusern anbringen können“, berichtete Bürgermeister Bernhard Knuth im November im Hauptausschuss. Dieser Bitte sei man gern nachgekommen und habe die Sterne und Lichterketten nun auf mehr Gebäude verteilt. Die Nachfrage zeige - ebenso wie die vielen Fotos, die von Passanten in der Adventszeit von den beleuchteten Häusern gemacht werden - dass das Engagement der Stadt ankommt.

 

Erstmals gibt es auch eine Adventsbeleuchtung von der Stadt für Fichtenwalde: Acht große Leuchtsterne wurden für die Dekoration der Eichenstraße gekauft sowie eine über zwei Kilometer lange Lichterkette. Sämtliche Beleuchtungselemente, welche von der Stadt zur Vorweihnachtszeit eingesetzt werden, sind mit LED-Lampen bestückt und daher energiesparend.